Jahreslosung 2026
Du kennst Nele, bei der wir manchmal Mäuschen im Religionsunterricht sind, oder die mit der Mama oder der Oma über Themen aus dem Religionsunterricht nachdenkt.
Und heute ist wieder Neujahr und du erinnerst dich vielleicht: An Neujahr hört Neles Mama immer im Radio eine Andacht zur Jahreslosung. Da muss Nele ruhig sein oder sie muss in ihr Zimmer gehen. Doch Nele ist da gerne ruhig und hört zu. Nicht alles versteht sie dabei. Das ist aber nicht so wichtig. Nur sie und die Mama sitzen und hören die Andacht im Radio. Papa geht mit Paul da immer spielen, dass wirklich Ruhe ist. Und Nele kann – sie ist ja schon ein großes Schulkind – wirklich gut ruhig sein.
Also Nele sitzt bei der Mama und ist ruhig und die Mama hört zu. Als dann alles vorbei ist, reden die beiden noch darüber.
Die Mama fragt Nele: „Na, Nele, hast du dir die Jahreslosung merken können?“ „Klar!“ Nele nickt: „Die ist ja nicht schwer: ‚Siehe, ich mache alles neu‘".
Die Mama ist zufrieden: „Gut aufgepasst!“, lobt sie Nele. „Und wer sagt das?“, fragt sie weiter. Jetzt ist Nele fast ein wenig beleidigt. So klein ist sie ja nun auch wieder nicht. Also sagt sie im ärgerlichen Ton: „Ja Gott, natürlich. Wer denn sonst?“
Es ist einen Moment still. Dann aber gewinnt Neles Neugierde und es platzt aus ihr heraus: „Was meint eigentlich ‚siehe‘?“
Die Mama staunt: „Siehe kommt von Sehen, das ist doch einfach, oder?“ „Ja“, sagt Nele, „aber wie sehen?“
Die Mama überlegt: „Es meint so viel wie schau genau hin! Schau genau hin, es wird alles neu.“
„Also“, überlegt Nele, „ich schaue genau hin und sehe, dass ein neues Jahr begonnen hat. 2025 ist zu Ende, 2026 hat angefangen. Da ist manches neu. Der Kalender zum Beispiel, in den wir in der Küche unsere Termine eintragen. Ja! Und es fängt wieder mit Januar an. 1.1.2026. Alles neu.“
„Manches wird in dem Jahr auch später noch neu werden. Zum Beispiel wenn du nach den Sommerferien in die nächste Klasse kommst und vielleicht eine neue Klassenlehrerin bekommst“, überlegt Mama.
„Ja, und der Paul kommt dann auch in die Schule“, erzählt Nele begeistert. „Da sind wir dann zwei Schulkinder“. „Oh je“ sagt Mama, "da will ich gar nicht darüber nachdenken. Das macht mir schon ein wenig Sorge. Ob er wohl einen Platz im Hort bekommt, oder wenigstens in der Mittagsbetreuung? Der hat ja dann immer eher Schulschluss als du und alleine kann der noch nicht zu Hause bleiben. Und die Oma hat ja auch nicht immer Zeit.“ Die Mama schaut sorgenvoll aus.
Nele kann es gar nicht fassen. „Haben wir nicht gerade in der Jahreslosung gehört, dass Gott alles neu macht? Dann ist er doch bei unseren Neuigkeiten auch dabei. Gott scheint ja Veränderungen zu lieben, wenn er sagt: ich, mache alles neu.“
Für Nele ist das ganz einfach. „Das wird doch toll, wenn Paul bald seine Bilderbücher selber lesen kann. Und wir zusammen morgens in die Schule gehen. Ich freue mich schon darauf.“
Da lächelt die Mama: „Ja, das wird schön werden. Jetzt ist er schon gleich ein Schulkind, unser Paul. Du hast recht, Nele, das mit der Mittagsbetreuung wird sich schon regeln, vielleicht gibt es noch ganz andere Ideen. Vielleicht finden sich fünf Familien, die an einem Tag in der Woche eine Mittagsbetreuung für fünf Erstklässler anbieten. Wir könnten das vielleicht am Mittwoch machen, da ist mal der Papa, manchmal auch ich schon mittags zu Hause.“ Die Mama strahlt: „Was für eine Idee. Da muss ich mal mit den anderen Müttern der Vorschulkinder reden.“
„Aber, wenn Gott sagt: ‚Siehe, ich mache alles neu‘, geht es dann wirklich um die Mittagsbetreuung von Paul?“, fragt Nele.
Nachdenklich sagt die Mama: „Ich glaube schon auch, denn es ist ja für mich, für Paul, für unsere Familie, ein wichtiges Thema. Doch, der Satz meint noch viel mehr. Gott will die Welt zum Guten verändern. Gestern, heute, morgen, jeden Tag aufs Neue. Da können wir uns darauf verlassen. Gott steht an unserer Seite. Er begleitet uns auf unseren Wegen. Das heißt, wir müssen nicht ängstlich in die Zukunft schauen, so wie ich es gerade gemacht habe, für den Zeitpunkt, wenn Paul in die Schule kommt. Nein, heißt das, keine Angst. Zuversicht ist gefragt. Es wird uns was einfallen, dass das mit unserem Paul klappt, dass es gut für ihn ist, dass er versorgt ist. Zuversicht, das ist wichtig für die vielen neuen Tage im neuen Jahr. Gott ist bei uns und hat die Kraft und die Macht, etwas zu verändern. Zum Guten für uns.“
Da hat die Mama eine richtige kleine Ansprache gehalten. Nele hat gut zugehört und nickt. „Weißt du was, Mama, ich male jetzt ein Zuversichts-Bild. Was in diesem Jahr alles neu werden kann. Der Paul mit Schultüte, die Oma, die bei uns zum Essen eingeladen ist – und nicht immer wir bei ihr. Paul und ich auf dem Schulweg. Unsere Küche voll mit kleinen Erstklässlern, die bei uns essen und dann ihre Hausaufgaben anfangen.“ Nele ist ganz begeistert.
Die Mama steht auf: „Ich werde mich mal ans Kochen machen. Und neue Rezepte werde ich in diesem neuen Jahr auch ausprobieren. Ich habe überlegt, dass es mehr vegetarisches Essen bei uns geben soll. Das ist besser für die Umwelt, habe ich gelesen.“
Nele schaut ihr nachdenklich hinterher. Manche Neuerung ist gewöhnungsbedürftig, denkt sie und überlegt, ob sie auf ihr Zuversichts-Bild nicht doch noch einen Grill mit Würstchen dazu malt.
Und nächste Woche beginne ich dir von Josua zu erzählen.
Offenbarung des Johannes 21,5
3.1.2026