Der kleine David besiegt den großen Philister
David ist das jüngste Kind von Isai. Alle seine Brüder sind erwachsen und groß und meistens weit weg. Isai kann froh sein, dass David noch so klein ist. Er muss noch zu Hause bei ihm leben und er kann ihm viel helfen. Das macht David gerne. Besonders gerne ist er mit den Schafen auf der Weide. Da kann er singen und pfeifen, in den Himmel schauen und nachdenken. Heute geht ihm ein Wort aus den Psalmen nicht aus dem Sinn. Gott behütet mich. Er behütet mich auf allen Wegen, heute und immer.
Ja, so ist es, stellt David im Gedanken fest. Bin ich mit den Schafen unterwegs, ist Gott an meiner Seite, am Tag und in der Nacht. Gestern, heute, morgen, immer.
So fürchtet sich David nicht, wenn die Sonne untergeht und es sehr schnell sehr dunkel wird. Er kennt sich aus mit seiner Steinschleuder. Da soll mal ein wildes Tier kommen und versuchen, eines seiner Schafe anzugreifen. Ein gezielter Schuss mit seiner Steinschleuder und ssssssst heult das Tier auf und rennt weg. Tut ja auch weh.
Nach einigen Tagen kommt David mit seinen Schafen zurück nach Bethlehem. Der Vater Isai freut sich, ihn zu sehen, und hat gleich einen neuen Auftrag für ihn. Die Schafe bleiben mal eine Weile zu Hause und David macht sich auf seinen neuen Weg. Er soll in den Eichengrund (Terebinten-Tal) gehen. Dort sind seine großen Brüder mit dem Heer von König Saul. Die Philister sind ihr Gegenüber. Es ist Krieg und die Philister müssen bekämpft werden. David hat von zu Hause Säcke mit Lebensmitteln dabei. Er hat ganz schön zu schleppen. Doch er freut sich, seine großen Brüder zu sehen. Und den König Saul kennt er ja auch schon gut. Manchmal macht er Musik für ihn.
Als David endlich im Eichengrund ist, da hört er lautes Kriegsgeschrei. Er erkennt: Die Israeliten und die Philister haben sich gegenüber aufgestellt, wie zu einer Schlacht. David erkennt seine Brüder, gibt seine Säcke mit dem Essen bei einem Wachposten ab und rennt zu seinen Brüdern.
„Wie geht es euch denn? Schönen Gruß vom Vater. Ich habe Proviant mitgebracht.“ Atemlos redet David auf seine Brüder ein. Und während er so redet, tritt bei den Philistern ein großer, sehr großer Mann aus der Reihe hervor. Ein Einzelkämpfer. Er fordert die Israeliten heraus. Einer von den Soldaten soll gegen ihn kämpfen. Wer gewinnt, dessen Volk hat gewonnen und der Krieg ist aus.
David sieht und merkt, dass die Israeliten alle mindestens einen Schritt zurückweichen. Sie haben Angst vor dem großen Philister.
David ist neugierig. Er fragt die Männer neben sich: „Wer ist der Mann und was bekommt man, wenn man ihn besiegt?“ „Wer ihn besiegt, bekommt die Tochter vom König Saul zur Frau und viel Geld“, kriegt er zur Antwort.
Da kommt Eliab, sein ältester Bruder, ganz nahe zu ihm. Er ist sauer. „Was machst du denn da? Hier gehörst du nicht hin! Sind die Schafe denn versorgt? Du bist wie immer, neugierig und frech. Du willst dir nur den Krieg anschauen.“ David ist auch ärgerlich. Da läuft er mit den Lebensmitteln den weiten Weg hierher und fragt nach dem, was er gerade erlebt hat.
Lang hat David nicht Zeit, sauer zu sein. Der König lässt ihn rufen. David geht fröhlich hin und sagt gleich zu Beginn: „König, ich werde mit diesem Philister kämpfen!“ Der König schaut ihn mit weitaufgerissenen Augen an: „Du? Auf keinen Fall. Du bist zu jung, zu klein, zu unerfahren. Das geht nicht. Der Mann ist seit Jahren im Kampf ausgebildet. Nein, David, das geht nicht!“
Doch David hält dagegen: „Gefährlicher als ein Löwe, der eines meiner Schafe fressen will, ist der große Philister auch nicht. Ich bin ein erfahrener Kämpfer. Keiner kann so gut mit der Steinschleuder umgehen wie ich. Auch mit einem Bären habe ich schon gekämpft und gewonnen!“
Und fügt David hinzu: “Gott behütet mich. Er behütet mich auf allen Wegen, heute und immer.”
Saul schaut ihn nachdenklich an. „Gut, dann suchen wir eine Rüstung für dich, damit du geschützt bist vor dem großen Philister.“ So machen sie das, aber das wird nichts. Der Helm ist zu groß für den Kopf vom kleinen David, er verrutscht immerzu. Und als David den Brustpanzer anhat und das Schwert in der Hand, da kann er nicht mehr richtig gehen. Es ist alles sehr schwer und sehr groß.
Also zieht er alles wieder aus, nimmt seinen Hirtenstock in die Hand, und schaut nach seiner Steinschleuder und nach passenden Steinen. So geht er los. Dem Philister entgegen. Der Philister, Goliat, sieht David und geht ihm auch entgegen.
Der Philister schaut David an und wird zornig: „Was soll das denn? Kein richtiger Krieger? Ein Hirtenkind? Habt ihr keinen ordentlichen Kämpfer für mich? Das ist ja lächerlich! Aber wenn es so sein soll, mein Kleiner, dann komm näher. Ich werde dich töten!“
David erwidert: „Mach dich nur lustig. Du mit deinen Waffen, der Lanze, dem Speer und dem Schwert. Meine Waffen sind besser; ich komme mit Gott an meiner Seite!“
Da geht Goliath auf David zu. Und David auf ihn. David steckt einen Stein in seine Steinschleuder und zielt auf Goliath. SSSSSSST! Der Stein durchschlägt seine Stirn und Goliath stürzt zu Boden. David hat ihn getötet – nur mit einem Stein und seiner Steinschleuder.
Er, der kleine Junge, der noch kein Krieger war, hat mit Gott an seiner Seite den starken Goliath besiegt und damit den Krieg zwischen den Philistern und den Israeliten beendet.
David wurde natürlich gefeiert. Doch wenn man ihn fragte, wie das denn ging, dann blieb er dabei: Ja, ich kann es gut mit meiner Steinschleuder, doch wichtiger ist, dass ich weiß: “Gott behütet mich. Er behütet mich auf allen Wegen, heute und immer.”
Nächste Woche erzähle ich dir, wie die kleine Mirjam eine großartige Idee hat, die Leben rettet.
1. Sam 17 i.A.
7.2.2026