Der kleine Samuel wird von Gott gerufen
Heute sind wir im Tempel von Silo. Dieser Tempel ist das Haus Gottes. Ein Haus aus Stein. Mit der Bundeslade – das war eine Truhe aus Holz - die die Israeliten bei ihrem Weg durch die Wüste in das gelobte Land begleitete. In ihr waren die Steintafeln mit den Geboten. Neben der Bundeslade war im Tempel auch eine Lampe Gottes, die immer abends angezündet wurde und am Morgen gelöscht.
Der Chef, so könnte man ihn nennen, im Tempel war Eli. Er war mit seinen beiden Söhnen, Hofni und Pinhas, Priester. Hofni und Pinhas waren keine guten Priester, sie dachten immer zuerst an ihren Vorteil. Das viel nicht nur den Menschen, die den Tempel besuchten, auf, sondern auch Gott sah es und es gefiel ihm gar nicht. Und natürlich sah es Eli. Immer wieder redete er mit seinen Söhnen, doch die hörten nicht auf ihn. Zu sehr liebten sie ihre Macht im Tempel und das damit verbundene angenehme Leben. Und Eli war alt und zu schwach mit den Söhnen ständig zu kämpfen.
Dann kommt der Tag, da bringt Hanna ihren Sohn Samuel zu Eli in den Tempel. Er ist noch ein kleiner Junge. Hanna hatte sich so sehr ein Kind gewünscht und Gott darum gebeten ihr ein Kind zu schenken, dass sie Gott versprochen hatte: „Wenn ich einen Sohn bekomme, dann bringe ich ihn in den Tempel. Er soll dir dienen.“ Es war schwer für Hanna, doch sie hielt ihr Versprechen.
Samuel war für Eli und für die Besucher des Tempels eine Freude. Er war ein fröhliches, ehrliches und hilfsbereites Kind. Nachts schlief er im Tempel zwischen der Bundeslade und der Lampe Gottes. Er ganz allein. Eli schlief außerhalb des Tempels und seine Söhne sowieso.
In einer Nacht wachte Samuel auf, denn er hatte eine Stimme gehört, die ihn rief: „Samuel!“ hat er gehört. Also sprang er auf und eilte zu Eli. „Da bin ich!“ sagte er. Eli war ganz verwundert: „Ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen.“, sagte er zu Samuel.
Samuel legte sich wieder zwischen Bundeslade und Lampe Gottes und schlief wieder ein. Da hörte er es ein zweites Mal rufen: „Samuel!“ Wieder stand er auf und eilte zu Eli: Du hast mich gerufen.“ „Nein, ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen.“ Sagte Eli zu Samuel.
Also ging Samuel zurück und legte sich auf sein Lager und schlief wieder ein. Doch da hörte er es zum dritten Mal rufen: „Samuel!“. Wieder eilte er zu Eli. Diesmal verstand Eli was los war, warum Samuel immer eine Stimme hörte, die ihn rief. Er war es ja nicht. So erklärte Eli Samuel: „Geh wieder schlafen. Wenn du die Stimme nochmals hörst, dann bleib im Tempel uns sage: Rede Herr, dein Knecht hört! Denn Samuel ich rufe dich nicht. Gott ruft dich.“
Wieder ging Samuel zu seinem Schlafplatz. Wieder schlief er ein. Wieder hörte er es rufen: Samuel, Samuel!“ Und Samuel antwortetet: „Rede Herr, dein Knecht hört!“
Da begann Gott mit Samuel zu reden. „Ich kann es nicht mit ansehen, wie Hofni und Pinhas, die Söhne Elis im Tempel als Priester ihren Dienst tun. Sie ehren mich nicht. Sie ehren sich. Und was macht Eli? Er lässt sie trotz ihrer vielen Fehler, weiterhin Priester im Tempel sein. Ich werde alle drei strafen. Sie werden umkommen.“
Was für eine Nachricht von Gott an den kleinen Samuel. Was sollte er mit diesem Wissen machen? Ich glaube nicht es hat gedauert, bis Samuel wieder eingeschlafen ist. Doch dann kommt der Morgen, Samuel steht auf, löscht wie immer die Lampe Gottes und öffnet die Tempeltüren.
Da sieht er Eli die Stufen zum Tempel emporkommen. Was soll er nur machen? Soll er ihm von der Nachricht Gottes erzählen. Samuel ist hin und her gerissen. Doch Eli geht auf ihn zu und fragt ihn ganz direkt: „Was hat Gott zu dir gesagt, heute Nacht? Erzähle es mir genau. Verheimliche mir nichts.“
Samuel schluckt. Atmet tief durch und nimmt seinen ganzen Mut zusammen. Er verheimlicht nichts: „Gott hat mir gesagt, dass du und deine Söhne umkommen werden. Gott kann es nicht mit ansehen, wie deine Söhne schlechte, egoistische und gierige Priester sind und du ihnen nicht Grenzen setzt und sie rauswirfst.“ Eli hört aufmerksam zu. Er weiß Gott hat Recht. Es ist genauso wie es Samuel gerade gesagt hat. Eli sagt zu Samuel: „Ich werde es annehmen, was Gott auch immer tut. Gott hat Recht.“
Samuel wird groß. Gott redete immer wieder mit ihm. Er wird ein Prophet Gottes. Was er von Gott erzählt, trifft ein.
So ist es auch mit Elis Söhnen Hofni und Pinhas. Sie werden in einem Kriegsgetümmel getötet. Als man Eli die Nachricht vom Tot seiner Söhne bringt, fällt er vom Stuhl und stirbt.
Samuel bleibt noch eine Weile im Tempel, bis er ein erwachsener Mann ist. Dann zieht er ins Dorf Rama und wohnt dort als Priester. Viele Menschen kommen zu ihm und hören auf seine klugen Gedanken und Worte von Gott.
1. Sam 3 i.A.
31.1.2026