Fünf Brote und zwei Fische


So viele Menschen. Alle wollen sie Jesus sehen und hören. Sie lagern an einem Hügel, das ist praktisch für das Sehen und Hören. Die meisten sind eine ordentliche Strecke gelaufen, bis sie hierhergekommen sind. Die wenigsten haben eine Tasche mit Proviant dabei. Es war ja auch überraschend, dass sie sich auf den Weg zu Jesus machten. Einer erzählte: Jesus ist mit seinen Freundinnen und Freunden unterwegs in die Berge. Andere erzählten es weiter. Viele ließen ihre Arbeit liegen und machten sich auf den Weg in die Berge. Ein großer, langer Menschenstrom: Männer und Frauen, Alte, Junge und natürlich Kinder. Dazwischen ein kleiner Junge mit einem Päckchen. Er schleppte es die ganze Zeit mit sich herum. Manchmal nahm einer von den Erwachsenen ihm das Päckchen ab und trug es für ihn. Der Junge hatte von seiner Mutter den Auftrag bekommen, beim Bäcker 5 Gerstenbrote und beim Fischer zwei Fische zu kaufen. Das hat er ordentlich gemacht. Hat sich das gut einpacken lassen und war dann auf dem Heimweg gewesen. Da hat er die Menschenmenge entdeckt und Freunde von sich. „Komm mit!“, hatten sie gerufen. „Jesus ist da vorne, den wollten wir doch schon immer mal sehen, hören, erleben. Die Erwachsenen reden doch immer wieder von ihm.“

Da ist der Junge mit seinem Päckchen mitgegangen. Er würde etwas später heimkommen, das wäre sicherlich nicht so schlimm. Essen wollte seine Familie erst am Abend.

Zwischenzeitlich waren alle am Hügel angekommen. Alle hatten einen Platz gefunden. Der kleine Junge mit seinen Freunden hatte es geschafft, sich bis zu Jesus vorzudrängeln. Es hat Vorteile, wenn man klein ist. Dann hatten alle zugehört. Jesus hat von Gott erzählt. Vom Reich Gottes, welches kommen wird und das schon jetzt da ist. Und dass man sich nicht vor der Zukunft fürchten soll, denn Gott sorgt für einen, so wie er für die Vögel sorgt. Die haben keine Vorratshallen, doch finden sie jeden Tag genug, um satt zu werden. So macht es Gott auch mit den Menschen.

Alle haben sie zugehört und dabei die Zeit vergessen. Jesus brauchte eine Pause und scheinbar hatte er Hunger. Er fragte seinen Freund Philippus: „Wo können wir Brot kaufen? Die Menschen werden Hunger haben.“

Philippus überlegte dann und sagte: „Selbst, wenn wir 200 Silberstücke hätten, würde das nicht ausreichen, um Brot zu kaufen, um alle Menschen ein wenig satt zu machen.“ Der kleine Junge hatte genau zugehört. 200 Silberstücke, so viel Geld. Er glaubte nicht, dass seine Eltern in einem Jahr so viel Geld verdienten. Doch darüber wollte er jetzt ja nicht nachdenken. Der kleine Junge zupfte den nächsten Menschen am Ärmel und sagte: „Du, ich habe 5 Gerstenbrote und zwei Fische. Die waren eigentlich das Abendessen für meine Familie, aber jetzt braucht sie Jesus viel mehr.“ Andreas, so hieß der Mann, den der Junge am Ärmel gezupft hatte, stand auf und ging die paar Schritte bis zu Jesus. „Jesus, da ist ein kleines Kind. Es hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische. Aber was ist das schon für so viele Menschen? Es wird nicht reichen“, so redete Andreas mit Jesus.

Jesus hörte seinen Einwand wohl gar nicht. „Sorgt dafür, dass sich die Menschen hinsetzen, am besten in kleinen Gruppen.“ So geschah es dann auch. Alle nahmen Platz.

Andreas hatte dem kleinen Jungen gesagt, dass er seine 5 Gerstenbrote und seine zwei Fische zu Jesus bringen soll. Das hat der natürlich sofort gemacht. Zuerst haben sie gemeinsam die Brote ausgepackt. 

Jesus sprach ein Dankgebet für die Brote: 

„Guter Vater im Himmel, wir danken dir für das Brot. Wir wissen, dass viel Arbeit dahintersteckt und dein Segen. Lang dauert es, bis die Körner reif sind. Mühsam sind die Ernte und die Verarbeitung zum Mehl. Geschick und Geduld braucht es für einen guten Brotteig und das rechte Maß an Wärme für das Backen. Guter Vater, segne dieses Brot und alle, die davon essen.“ 

Dann gab Jesus das Brot an die Menschen weiter. Genauso machten sie es dann auch noch bei den Fischen. Jesus dankte Gott und segnete die Fische und verteilte sie.

Es war erstaunlich. Eigentlich hätte man erwartet, dass nach den ersten drei Menschengruppen spätestens alles aufgegessen gewesen wäre. Aber nein, immer weiter wurden Brot und Fisch gereicht. Bis an die Enden der Menschenmassen. Man erzählte sich später, dass etwa 5000 Menschen dabei gewesen seien.

Als alle gegessen hatten und satt waren, wirklich satt. Da gingen 12 Freunde und Freundinnen mit Körben über den Hügel und sammelten die Reste ein. Alle Körbe wurden voll. So viel war von dem Essen übriggeblieben.

Der Tag hatte zwei Helden. Einen kleinen und einen großen. Der kleine Junge wurde gefeiert für seinen Mut, sein Essen anzubieten. Für sein praktisches Denken, einfach mal anzufangen mit dem, was man hat. Und für seine Großzügigkeit, alles herzugeben.

Und Jesus wurde gefeiert. Die Menschen flüsterten sich zu: „Er ist ein Prophet, er kommt von Gott. So kann nur ein Gottesmann handeln.“

Wie die Geschichte für den kleinen Jungen ausgeht, erzählt die Bibel nicht. Ich stelle mir drei mögliche Ausgänge vor: -       Der Junge kommt mit leeren Händen spät heim und die Mutter ist ärgerlich und hat alle Hände voll zu tun, dass die Familie mit den Resten in der Küche satt bekommt. -       Der Junge wird von seinen Freunden nach Hause begleitet. Begeistert erzählen sie der Familie, was heute geschehen ist und wie wichtig der Junge für den Tag mit Jesus war. Die Familie freut sich mit. -       Der Junge wird von seinen Freunden nach Hause begleitet. Gemeinsam schleppen sie einen der 12 Körbe, die vom Essen, bei Jesus übrig geblieben sind. Begeistert erzählen sie. Die Mutter packt den Korb aus. Die Freunde müssen ihre Familien holen, und zusammen essen sie die Schätze aus dem Korb. Es ist ein fröhlicher Abend.

Was denkst du?

Nächste Woche erzähle ich dir von einem Jungen aus Lystra, er begegnet Paulus.

Joh 6,1-15

21.2.2026

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Von klein auf dabei: Timotheus

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Die kleine Mirjam am Nil