Von klein auf dabei: Timotheus
Wir sind in der Stadt Lystra, damals etwa 50 Jahr nach dem Tod und der Auferstehung Jesu. Man nannte die Gegend damals Kleinasien.
Lystra, liegt für uns heute in der südlichen Türkei.
In der Stadt lebten viele verschiedene Menschen, mit vielen verschiedenen Gottesvorstellungen. Da gab es Menschen, die die Götter der Griechen oder Römer verehrten. Dann gab es viele jüdische Menschen, die an den Gott glaubten, der Himmel und Erde gemacht hat.
In dieser Stadt, lebten damals eine jüdische Großmutter, eine jüdische Mutter und ein griechischer Vater als Familie zusammen mit dem kleinen Timotheus.
Timotheus war es gewohnt, dass sein Vater andere religiöse Feste feierte als seine Mutter und seine Oma. Das machte ihm nichts aus, das war ja schon immer so. Timotheus feierte mit der Oma und der Mutter die jüdischen Feste. Er kannte die Psalmen der Bibel, der wusste, wie man das Passahfest feierte oder das Erntefest. Er wusste, dass der lebendige Gott Himmel und Erde geschaffen hat. Er war erfüllt von den Geschichten der Thora – dem Alten Testament. Er war zu Hause in ihnen.
Und dann passierte es, dass der junge Timotheus Paulus begegnete.
Paulus war zu Gast in Lystra. Er erzählte jedem, der es hören wollte, und manchmal auch denen, die es nicht hören wollten, von dem gestorbenen und auferstandenen Jesus Christus. Manchmal geriet Paulus dadurch in gefährliche Situationen. So auch in Lystra: Aufgebrachte Griechen wollten Paulus steinigen, da er bei ihren Götterbildern von Jesus Christus erzählte. Paulus überlebte und fand viele neue Zuhörer. Unter ihnen auch Lois, die Großmutter von Timotheus, und Eunike, die Mutter von ihm. Als die beiden Frauen an diesem Abend nach Hause kamen, da waren sie voll mit neuen Gedanken. Sie waren von Paulus beeindruckt, aber vor allem von diesem Jesus Christus. Timotheus hörte der Oma und der Mutter zu. Er ließ sich von ihrer Begeisterung anstecken. Er wollte auch den Paulus hören, am besten gleich morgen.
Und so kam es dann auch. Timotheus ging auf den Platz, um Paulus zu hören. Er war begeistert. Dieser Jesus, der am Kreuz starb, von den Römern verurteilt, war am 3. Tage auferstanden von den Toten. Er war lebendig. Er war Gottes Sohn. Der Sohn von dem lebendigen Gott, der Himmel und Erde gemacht hat. Es war sicher, dass das Leben nach dem Tod weiterging. Es war nicht aus und vorbei. Timotheus gefiel dieser Gedanke. So oft es ging, ging Timotheus nun zu Paulus, hörte ihn predigen, stellte kluge Fragen und glaubte an Jesus Christus. Ganz selbstverständlich, so als hätte er das schon immer gemacht.
Die Leute in Lystra staunten. So ein junger Kerl und so ein überzeugter Jesus-Freund. Ungewöhnlich. Ja.
Dem Paulus ist Timotheus auch aufgefallen. Er schätzte an ihm seine klugen Gedanken, seinen tiefen Glauben, den er bei der Oma und der Mutter gelernt hatte und den er sofort auf Jesus Christus übertragen konnte. Paulus mochte an ihm seine freundliche und höfliche Art, sein Gespür für Menschen und die richtigen Worte, wenn es galt, etwas zu klären oder zu erklären.
Und als Paulus seine Missionsreise fortsetzen wollte, da fragte er den Timotheus: „Willst du mich nicht begleiten? Ich könnte sehr gut deine Unterstützung gebrauchen auf meiner Reise.“
Timotheus überlegte eine kleine Weile, sprach mit der Familie, und dann ging er mit Paulus mit. Die Menschen in Lystra staunten, dass Paulus diesen jungen Menschen, er war fast noch ein Jugendlicher, mitnahm und ihm so viel zutraute.
Auf der Reise haben Paulus und Timotheus viele Gespräche auf ihren langen gemeinsamen Wegen geführt. Timotheus’ Glaube wuchs und wuchs. So kam es, dass Paulus ihn immer wieder in Gemeinden zurückließ und weiterzog. Timotheus hatte dann die Aufgabe, die Gemeinde zu betreuen, ihnen von Jesus Christus zu erzählen und für Ordnung zu sorgen, Streitereien zu schlichten und Gottesdienste zu feiern. Seine letzte große Gemeinde war Ephesus. Da blieb er lange Zeit und Paulus schickte ihm dorthin zwei Briefe, um ihn zu ermutigen.
Dabei waren viele Themen wichtig, doch auch, dass Timotheus, dadurch, dass er noch so jung war, sich nicht von den Alten kritisch betrachten lassen sollte. Er sollte vielmehr den Jungen wie den Alten ein Vorbild im Glauben sein und in der Lebensführung.
An einer anderen Stelle erinnerte Paulus in einem Brief Timotheus daran, dass seine Großmutter Lois und seine Mutter Eunike von einem festen Glauben beseelt waren, den er bei Timotheus auch sieht.
Paulus nannte Timotheus seinen Sohn im Glauben.
Das war jetzt die letzte Geschichte von „Kleinen“, die in der Bibel groß herauskamen.
Nächste Woche beginnt die Geschichte von Jesus auf dem Weg nach Jerusalem zur Auferstehung.
Apg 16, 1-5; 1.Tim 1,2; 1.Tim 4,12; 2.Tim 1,5
28.2.2026