Seitenwechsel Josua 3

Heute ist es hektisch in unserem Lager. Alle sind ganz aufgeregt. Es geht endlich los. Gestern habe ich, der Josua, es ihnen gesagt. Wir ziehen zum Fluss. Ganz nahe beim Fluss schlagen wir nachmals ein Lager auf. Nur für kurz. Denn dann wollen wir den Fluss Jordan durchqueren und nach Jericho ziehen. Wenn wir durch den Fluss gegangen sind, dann sind wir endlich am Ziel. 40 Jahre sind wir durch die Wüste gewandert, seit wir aus Ägypten geflohen sind und uns Gott am Schilfmeer gerettet hat. Bald ist es so weit. Wir werden in unserem Land wohnen. Wir werden nach und nach Häuser bauen und nicht mehr in Zelten wohnen. Das alles kennen wir zum großen Teil gar nicht. Viele von uns haben noch nicht ein einem Haus geschlafen. Vor allem die Kinder sind furchtbar aufgeregt. Alles wird anders, alles wird neu.

 

Eine Tage sind vergangen. Wir lagern jetzt ganz nah am Fluss. Und morgen werde ich das Zeichen zum Aufbruch geben. Ganz genau hat mir Gott erklärt, wie das geschehen soll. Und ich habe es mir gemerkt. Immer wieder gehe ich den Ablauf in Gedanken durch:

-       Die, die unsere Soldaten organisieren, machen im Lager kund: Achtet auf die Bundeslade.

-       Die Priester werden mit der Bundeslade vorausgehen.

-       Und: Macht euch heilig. Keine blöden Sprüche, frisch gewaschen, ordentlich Kleidung.

Die Menschen im Lager sind dann alle informiert. Schon früh am Morgen haben die Priester mit der Bundeslade – da sind die 10 Gebote darin verstaut – Aufstellung genommen. Sie stehen am Flussufer. Das Volk stellt sich dahinter. Ich gebe noch Anweisungen. Ich erkläre, dass, so hat es Gott versprochen, sobald die Priester ihre Füße in den Jordan stellen, das Wasser aufhört zu fließen. Es wird sich stauen, da, wo es herkommt. Dort, wo es hinfließt, wird es abfließen. Danach können wir durch den Fluss gehen.

Und so war es dann auch. Wir kamen alle mit trockenen Füßen auf die andere Flussseite. Es war fast so wie damals am Schilfmeer. Nur hatten wir keine Feinde hinter uns, die uns mit ihren Rossen und Wagen jagten. Wir hatten den Feind viel eher vor uns.

Es war ein erhebender Moment. Das muss man irgendwie festhalten, dachte ich mir. Wir Israeliten sind 12 Stämme, so viele männliche Nachfahren hatte Jakob. So suchte ich mir aus jedem Stamm einen Mann aus. Der sollte aus dem trockenen Flussbett des Jordans einen großen Stein holen und diese Steine stellten wir da auf, wo wir die letzte Nacht verbracht haben. Ein Stein als Zeichen für jeden Stamm. Und dann holten wir noch zwölf Steine aus dem Fluss. Diesmal stellten wir die Steine in den Fluss, senkrecht. So markierten wir unseren Weg durch den Fluss. Wenn der Fluss im Sommer wenig Wasser hat, dann kann man später die Steine zwischen dem wenigen Wasser sehen. So ist festgehalten: Hier hat uns Gott einen Weg durch den Fluss gemacht.

Dann aber, als alle auf der Flussseite von Jericho waren, befahl ich den Priestern, die Bundeslade auch zu uns zu bringen. Kaum hatten sie den Fluss verlassen, floss das Wasser wieder ab.

Jetzt waren wir zwar auf der anderen Flussseite, aber noch nicht in der Stadt. Die Stadt hatte sich verbarrikadiert. Kein Stadttor war offen. Die Fenster zu uns waren alle verschlossen. Niemand war zu sehen oder zu hören.

Na gut. So hatten wir eine ruhige Nacht. Und noch einige mehr.

Doch dann bekam ich den Auftrag von Gott, die Stadt einzunehmen.

Gott hatte wieder einen genauen Plan gemacht. Ein Plan mit Bundeslade, Posaunen – also Widderhörner – den Priestern und dem Volk. Schön hat er sich das ausgedacht und ich habe es mit meinem Volk genauso gemacht. Das Volk bildet einen Kreis um die Stadt. Die bewaffneten Soldaten machen den Anfang von unserem Umzug, dann kommt die Bundeslade, danach die Priester mit den Widderhörnern und dahinter alle anderen Soldaten, die wir noch haben. Die Widderhörner sollen die ganze Zeit Töne von sich geben. Der Rest soll schweigen. Keiner soll reden. Alle sollen ganz still sein. Einmal zogen wir so um die Stadt.

Das war der erste Tag. Und so machten wir es Tag für Tag. Also am 2. Tag, am 3. Tag, am 4., 5., 6., Tag. Und dann kam der 7. Tag. Dann machen wir es so wie am 1. Tag, aber: Wir zogen siebenmal um die Stadt. Und: Beim 7. Mal da forderte ich alle zu einem Kriegsgeschrei auf. Es war laut, laut, laut. Ohrenbetäubend! Unvorstellbar! Und dann geschah etwas Wunderbares. Die Mauern von Jericho fielen in sich zusammen.

Wir konnten einfach hineingehen.

Kar, dass meine Spione sich um Rahab und ihre Familie sofort kümmerten. Sie brachten sie aus der Stadt. Das hatten sie ja versprochen. Alle wurden sie gerettet. Nach diesem Erfolg hatte mich mein Volk als ihren Anführer anerkannt. Sie waren begeistert.

Doch wir blieben nicht in Jericho.

Wie es weitergeht, erzähle ich dir nächste Woche.

Josua 3, 4, + 6 i.A.

31.10.2026

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Seitenwechsel Zwei Spione erkunden Jericho und Rahab hilft ihnen Josua 2