Hochzeit in Kanada

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„Mama, erzählst du mir eine Geschichte von Jesus – eine, die ich noch nicht kenne? Bitte!“ Ada sitzt bei der Mutter am Mahlstein und schaut ihr beim Mehlmahlen zu. Da kann sie nichts weiter tun. Später kann sie etwas mithelfen beim Fladenbrotbacken, aber jetzt ist es langweilig. Sie war schon draußen gewesen, aber da ist auch niemand zum Spielen gewesen. Also wäre es doch wunderbar, wenn die Mutter eine Geschichte erzählen würde.

Die Mutter denkt nach. Dann sagt sie: „Ich erzähle dir eine Geschichte von einer Hochzeit.“ „Hochzeit?“ Ada ist gleich ganz aufgeregt. Sie war schon mal bei einer Hochzeit dabei. Das ist was Besonderes. Viele Menschen waren da. Es wurde gegessen und getrunken. Alle Menschen waren fröhlich und gut gelaunt. Und die Braut damals, die fand Ada so schön. Dann denkt sie nach: „Hat Jesus geheiratet, Mama? Ich habe noch nie gehört, dass Jesus geheiratet hat.“

Die Mama schmunzelt: „Habe ich auch noch nicht gehört. Nein, Jesus hat nicht geheiratet. Er war zu einer Hochzeit in Kana eingeladen. Ein Gast. So wie wir auf der Hochzeit im Dorf zu Gast waren.“

Ada nickt. Das versteht sie.

Also beginnt die Mutter: „Jesus war zu der Hochzeit in Kana eingeladen und seine Mutter auch. Es war wie auf allen Hochzeiten: gute Stimmung, gute Laune, gutes Essen, guter Wein. Bis, ja bis etwas Blödes passierte: Der Wein war leer. Es war nicht genug Wein da.“

Ada, denkt kurz nach: „Dann müssen die Leute halt Wasser trinken. Wir Kinder müssen ja auch Wasser trinken. Das ist doch nicht so schlimm, oder?“

„Na ja“, meint die Mutter, „mir wäre es peinlich, wenn der Wein nicht reichen würde. Ich würde ja eine gute Gastgeberin sein wollen. Also, jedenfalls war der Wein leer, und nun überlegten die Menschen, die dafür zuständig waren, dass das Fest ein schönes Fest wurde, was sie tun könnten. Zufällig bekommt Maria – die Mutter von Jesus – das Geflüster und Getuschel mit: ‚Der Wein ist leer, was machen wir jetzt?‘ Und was macht Maria? Sie geht zu Jesus und sagt zu ihm: ‚Der Wein ist leer, hilf ihnen doch.‘ Jesus schaut seine Mutter an und ist unwirsch: ‚Was willst du von mir? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.‘“

„Was?“ Ada hat große Augen: „Der sagt zu seiner Mutter: ‚Was willst du von mir?‘ Das ist doch klar, was sie will, das Fest soll schön weitergehen. Keiner soll sich blöd fühlen, weil der Wein nicht gelangt hat. Und was heißt: ‚Meine Stunde ist noch nicht gekommen?‘“

Die Mutter gibt erst mal eine Antwort auf die letzte Frage von Ada: „Ich denke, 'meine Stunde ist noch nicht gekommen‘ meint, dass Jesus einfach ein Gast auf dem Fest sein wollte und nicht besondere Dinge tun wollte. So denke ich mir das. Doch Maria, die Mutter, lässt sich durch die Worte von Jesus nicht durcheinanderbringen. Sie sagt zu den Dienern, die für Wasser und Wein zuständig sind: ‚Macht was Jesus sagt!‘ Und Jesus sagt wirklich was zu ihnen: „Füllt die großen Wasserkrüge voll mit Wasser, bis obenhin!‘“

„Hab ich doch gesagt“, sagt Ada: „Nun wird Wasser getrunken!“

Die Mutter schüttelt den Kopf und erzählt weiter: „Also die Diener machen, was Jesus sagt. Und dann, als sie fertig damit waren, sagt Jesu zu ihnen: ‘Bringt dem, der für das Festessen verantwortlich ist, einen Schluck aus einem der großen Krüge.‘ Das taten die dann. Und, es ist unglaublich, das Wasser war zu Wein geworden. Und was für ein Wein. Der Chef für das Festessen nahm einen Schluck und schüttelte den Kopf: ‚Das ist ja unglaublich, was für ein guter Wein! Und warum nur, haben wir den nicht zuerst an die Gäste ausgeschenkt? So macht man das doch üblicherweise. Erst den guten, teuren Wein, und später, wenn alle schon ein wenig angetrunken sind, dann den schlechteren, billigeren Wein.‘ Der Chef für das Festessen ging gleich mal zum Bräutigam und sagte seinen Satz nochmals. Erst den guten Wein, dann den schlechteren! Der Chef schüttelte immer noch den Kopf. Und die Diener schauten verwundert. Sie hatten Wasser in die Krüge gefüllt. Ganz sicher!“

Ada hatte zugehört, nun musste sie aber auch was sagen: „Wie, Jesus hat aus dem Wasser Wein gemacht? Warum das denn?“

„Na, vielleicht wollte er das Fest schön weitergehen lassen? Oder er wollte seiner Mutter einen Gefallen tun? Oder vielleicht dachte er, es ist doch schon seine Stunde gekommen, sodass alle Menschen es erkennen könnten, wenn sie wollten, dass er Gott ganz nahe ist. Seine Mutter wusste das ja, deshalb hat sie ihn gefragt.“

Ada dachte wieder etwas nach: „Mama, das ist eine ganz andere Geschichte von Jesus, so eine habe ich noch nie gehört. Doch sie ist wunderbar. Jesus hilft in der Not. Sogar bei so seltsamen Dingen wie Wein, der leer ist. Jesus lässt das Fest nicht kaputtgehen.“

„Ja“, sagt die Mama, „er sorgt weiter für fröhliche Gesichter und verhindert betretene Gesichter. Wäre der Wein wirklich leer, würden sich sicher einige schämen müssen, weil sie nicht recht für das Fest gesorgt haben. Jesus nimmt ihnen das ab. Keiner, keine steht dumm da, oder muss sich blöde Fragen anhören. Deshalb gefällt mir die Geschichte auch gut, Ada.“

Die Mama hat ihr Getreide zu Mehl gemahlen. Nun braucht sie etwas Wasser, um den Teig anzurühren, der gleich auf dem heißen Stein zu Fladen gebacken wird. Da kann Ada dann helfen.

Beim Abendessen fühlt sich Ada noch festlich. Sie träumt sich in die Hochzeit zu Kana und freut sich an der guten Stimmung und daran, dass Jesus geholfen hat.

Nächste Woche fragt Ada wieder ihre Mutter nach einer besonderen Jesus-Geschichte.

Joh 2, 1-12

10.1.2026

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