Geburtstag der Kirche - Pfingsten

Nele ist gespannt. Heute haben sie mal wieder Religion im größeren Musikraum. Nach der Pause treffen sich die Kinder vor der verschlossenen Tür. Komisch ist das, die Religionslehrerin ist doch normalerweise vor ihnen da. Und überhaupt, da sind ja auch die katholischen Kinder, die mit vor der Tür stehen. Und am Türgriff hängen zwei Luftballons, einer in Lila, einer in Gelb. "Schaut fast ein bisschen aus wie bei einem Kindergeburtstag", denkt sich Nele.

Sie stehen alle etwas ratlos herum, doch dann geht die Tür von innen auf. Die beiden Religionslehrerinnen begrüßen die Kinder. Sie haben eine lange Tafel mit den Tischen und Stühlen gebildet. Nele glaubt, nicht richtig zu sehen. Da brennen Kerzen, da gibt es bunte Servietten und an jedem Stuhl hängt ein Luftballon, immer abwechselnd ein gelber und einer, der lila ist. Es schaut wirklich aus wie bei einem Kindergeburtstag.

Alle Kinder sollen Platz nehmen. Die katholischen Kinder auf einem Stuhl mit gelbem Luftballon, die evangelischen Kinder bei einem lila Luftballon. Schade, so kann Nele heute nicht bei ihrer Freundin Inge sitzen. Aber das macht nichts, einmal geht das auch so. Als alle Kinder ihren Platz gefunden haben. Stimmen die Religionslehrerinnen ein vertrautes Lied an, das sie sonst nur ganz selten im Religionsunterricht singen:

Wie schön, dass du geboren bist
Wir hätten dich sonst sehr vermisst
Wie schön, dass wir beisammen sind
Wir gratulieren dir, Geburtstagskind

Alle stimmen mit ein. Es bleibt die Frage: Wer hat heute Geburtstag?

Die Kinder schauen sich um. Sie wissen nicht, wer es sein könnte. Vielleicht die Religionslehrerinnen. Sie fragen neugierig: „Wer hat denn heute Geburtstag?“

Die Religionslehrerinnen grinsen und sagen: „Das müssen wir gemeinsam erraten.“

Wir brauchen sechs Buchstaben.

Die erste Frage ist: „Wie heißt der Himmel, an dem wir die Vögel sehen - in englisch?“

Da müssen die Kinder ein wenig nachdenken, doch dann erinnern sie sich an die letzte Stunde und rufen laut: „Sky“

Die Lehrerinnen freuen sich und schreiben das Wort auf. Die Kinder sollen sich merken, dass der 2. Buchstabe gebraucht wird.

Die zweite Frage kommt nun: „Um welchen Feiertag ging es in der letzten Religionsstunde?“ Scheinbar hatten die katholischen Kinder den gleichen Stoff behandelt wie die evangelischen. Alle Kinder wussten: „Himmelfahrt“.

Wieder wurde das Wort aufgeschrieben und die Kinder sollten sich den zweiten Buchsstaben merken.

Die dritte Frage passt gut zur zweiten Frage: „Wer war bei der Himmelfahrt denn alles dabei?“ „Die Freunde und Freundinnen Jesu!“ Die Kinder waren mit Eifer bei der Sache. Freunde wurde aufgeschrieben und die Kinder sollten sich den zweiten Buchstaben merken.

Die vierte Frage war etwas schwieriger: „Manchmal sagt man zu Jesus noch einen Zusatz dazu, wenn man von ihm erzählt?“ Doch schnell hatte ein Kind die richtige Antwort: „Jesus Christus!“ Christus wurde aufgeschrieben und die Kinder sollten sich den ersten Buchstaben merken.

Jetzt wurde es unruhig in der Klasse. Die ersten Kinder begannen die Buchstaben zusammenzuziehen.

K von Sky, I von Himmelfahrt, R von Freunde und C von Christus

Kirc

Das konnte doch nur Kirche heißen! Die Kinder hatten recht.

„Wie, die Kirche hat Geburtstag?“ fragt ein Kind ganz verdutzt. „Das habe ich ja noch nie gehört.“

Die Religionslehrerinnen setzten sich mit an die Geburtstagstafel und sie erzählten vom Beginn der Kirche, also vom Geburtstag der Kirche.

„Jesus hatte ja seinen Freundinnen und Freunden vor seinem Abschied erzählt, dass er ihnen den Heiligen Geist schicken wird, sodass sie nicht alleine sind. Und als zehn Tage später in Jerusalem das Wochenfest gefeiert wird, da sind sie, die Freunde und Freundinnen in Jerusalem, alle zusammen. Da kam vom Himmel her ein Rauschen, wie von einem starken Wind. Dieses Rauschen erfüllte das ganze Haus, und es erfüllte auch die, die sich im Haus aufhielten. Es schien, als würden sich züngelnde Flammen auf die Einzelnen verteilen. Alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt. Sie begannen, in unterschiedlichen Sprachen zu reden. Dann verließen sie das Haus und trafen Menschen, die das Brausen gehört hatten und neugierig um die Ecke schauten. Sie sprachen die Menschen an. Und egal, woher die Menschen kamen und welche Sprache sie sprachen, sie verstanden das, was die Freunde und Freundinnen von Jesus erzählten. Sie hörten zum ersten Mal in ihrer Muttersprache von der Auferstehung Jesu, von dem, dass Gott stärker ist als der Tod. Sie waren erstaunt und beeindruckt.“

„Und dies, Kinder, ist die Geschichte zum Geburtstag der Kirche. So fing es an. Heute feiern wir das Pfingstfest jedes Jahr und haben dann auch Pfingstferien.

Ach, und die Kirche als Ganzes ist da entstanden, egal, wie sie heute heißen: evangelisch, katholisch, Freikirche, reformierte Kirche und all die anderen auch!

Also lasst und nachmals das Geburtstagslied für die Kirche singen:

Wie schön, dass du geboren bist Wir hätten dich sonst sehr vermisst
Wie schön, dass wir beisammen sind
Wir gratulieren dir, Geburtstagskind

Als sie fertig sind mit ihrem Gesang, holen die Religionslehrerinnen Kuchen aus ihren Körben und verteilen sie unter den Kindern. Wer Lust hat kann eine Apfelsaftschorle dazu trinken. Es ist ein fröhliches Kirchen-Geburtstags-Pfingstfest im Musikraum.

Begeistert erzählt Nele zuhause davon, dass die Kirche Pfingsten ihren Geburtstag feiert.

Ab nächster Woche erzähle ich dir Geschichten von Paulus

Lied: Rolf Zuckowski (Text und Melodie)

Apg 2, 1-14 i.A.

30.5.2026

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sky und heaven Himmelfahrt