Der Heilige Geist öffnet Augen

Sophia ist ein kleines Mädchen und lebt mit ihren Eltern in der großen Stadt Korinth. Da ist so viel los, dass man gar nicht alles mitbekommt, was los ist. So ist es mit Sophia auch. Sie lebt mit ihren Eltern in ihrer Straße, und noch ein paar Nachbarstraßen, mehr ist da nicht. Ihr Vater sagt manchmal, wir mit unserem Dorf mitten in Korinth. Und so war das auch. Sie kamen nie an den Hafen, die Götterstatuen am Marktplatz hat Sophia auch noch nie gesehen. Alles viel zu weit weg.

Was Sophia aber schon merkte, war, dass ihre Eltern etwas anders lebten als ihre Nachbarn. Sie feierten ihre eigenen Feste. Sie gingen nicht wie die anderen zu den Festumzügen für die griechischen Götter. Sie feierten Ostern mit viel Freude, da bei diesem Fest Gott zeigte, dass er stärker ist als der Tod und Jesus auferweckte. Und gerade haben sie Pfingsten gefeiert. Sophia hat sich neugierig erkundigt, was man denn an Pfingsten feiert. Der Vater sagte: „Wir danken Gott für den Heiligen Geist, den er uns geschickt hat.“ „Aha“, dachte Sophia, „und wie sieht der aus und was macht der?“ Die Mutter nahm sich Zeit, Sophia etwas über den Heiligen Geist zu erklären. „Der Heilige Geist gibt uns Christen Mut, er tröstet uns, er macht uns frei.“ Wenn Sophia ganz ehrlich war, dann wusste sie nun auch nicht viel mehr als vorher. Also fragte sie weiter: „Gibt es denn keine Geschichten vom Heiligen Geist?“, fragte sie weiter nach. Die Mutter schaute nachdenklich. „Sophia, da muss ich erst mal überlegen, welche Geschichten etwas über den heiligen Geist erzählen. Bitte habe noch etwas Geduld.“

Das mit der Geduld bei Sophia war nicht so einfach, aber was sollte sie machen? Also wartete sie ungeduldig.

Und dann war es so weit. Eines Tages kam die Mutter und sagte: „Sophia, ich kann dir eine Geschichte erzählen, wo du was vom Heiligen Geist erfährst.“

Sophia freute sich und die beiden setzten sich in den Schatten und die Mutter begann zu erzählen:

"Sophia, das kennen wir alle. Manchmal sehen wir höchstens die Hälfte der Dinge. Das geht uns im Zimmer so, wenn wir etwas suchen, was von einem anderen Ding verdeckt ist. Es ist da und wir sehen es nicht. Wir sehen nur das, was vornedran ist. So ging es einmal dem Paulus auch. Es ist schon lange her, er hieß da noch Saulus und war ein erklärter Feind von uns Christen, oder Jesus-Freunden, wie man auch oft zu uns sagt.“

Sophia kannte die Worte und nickte. Die Mutter fuhr fort: „Der Paulus hatte sich vorgenommen, die Jesus-Freunde zu vernichten. Es war ihm sogar egal, ob es Tote gab oder nicht. Er sah an uns nur das Fremde, das, was wir anders machten als er und seine Freunde. So kam es, dass er eines Tages mit Freunden unterwegs nach Damaskus war, um dort die Jesus-Freunde zu verfolgen. Und da geschah etwas ganz Unerwartetes auf der Reise. Paulus sah ein helles Licht und hörte eine Stimme, die sagte: ‚Saul, Saul, warum verfolgst du mich?' Paulus stürzte zu Boden. Als er sich beruhigte, merkte er, dass er nichts mehr sehen konnte. Zum Glück war er ja nicht allein. Seine Freunde halfen ihm, auf die Beine zu kommen, und führten ihn in die Stadt Damaskus. Dort saß Paulus dann in einem Zimmer und dachte nach. Er dachte und dachte. Er hatte keinen Hunger und keinen Durst. Er dachte. 

Da bekam er Besuch von Hananias, den hatte Gott geschickt. Hananias sollte mit Paulus reden. Hananias musste dazu seinen ganzen Mut zusammennehmen, denn er hatte schon viel über den Saulus aus Jerusalem gehört – und da war nichts Gutes dabei. Aber Hananias, mit all seinem Mut, ging zu Paulus, legte ihm seine Hände auf die Schultern und sagte: ‚Saul, mein Bruder, der Herr hat mich zu dir geschickt – Jesus, der dir auf dem Weg hierher erschienen ist. Du sollst wieder sehen können und mit dem Heiligen Geist erfüllt werden.‘ Da konnte Paulus wieder sehen. Und er wollte mit Hananias reden und ihm zuhören. Hananias erzählte Paulus von dem auferstandenen Christus, von dem Gott, der stärker ist als der Tod. Von dem Heiligen Geist, der einen nicht alleinlässt, auch wenn es schwierig ist – und das erlebte Hananias ja gerade selbst. Paulus hörte zu und stellte Fragen. Es war ein langes und ausführliches Gespräch, und immer mehr erkannte Paulus: Ich habe ja die wichtigsten Sachen der Christen gar nicht gesehen und verstanden. Ich war so sehr darauf aus, dass alles so bleibt, wie es ist, dass ich das gute Neue nicht erkannt habe. Paulus ließ sich taufen. Er wurde Christ und was für einer. Ein eifriger Christ, noch in Damaskus, fing er an, den Menschen von Jesus Christus zu erzählen. Bis zu uns nach Korinth ist er gekommen. Ohne ihn wären wir keine Christen geworden. Heute schreibt er uns manchmal noch Briefe, da freuen wir uns alle.“

Sophias Mutter ist fertig mit der Erzählung zu dem Saulus, der ein Paulus wurde. So nannte er sich dann, als er Christ war.

Sophia dachte nach: „Und was hat jetzt der Heilige Geist gemacht?“, fragt sie nach. Die Mutter schmunzelt. So war sie, ihre Sophia: Sie brauchte am Schluss noch einen Satz, der alles zusammenfasste und erklärte.

Also holte die Mutter nochmals Luft und sagte feierlich: „Der Heilige Geist hat dem Paulus die Augen für das Christentum geöffnet. Für den auferstandenen Jesus Christus, und den Heiligen Geist, den Mutmacher und Tröster.“

Jetzt war Sophia zufrieden und die Mutter konnte sich wieder um das Abendessen kümmern.

Nächste Woche fragt Sophia wieder nach dem Heiligen Geist und die Mutter weiß eine weitere Geschichte von Paulus.

Apg 8,3 und 9,1- 22 i.A

6.6.2026

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