Der Heilige Geist schenkt offene Herzen

Sophia und ihre Eltern, die in Korinth leben, kennst du ja schon. Sie gehören zu den Christen in Korinth, damals, als Paulus unterwegs war. Christen, oder Jesus-Freunde nannten sie sich. Sophia wollte gerne wissen, wie das mit dem Heiligen Geist so ist. Und mit der Erklärung ihres Vaters „Er gibt uns Mut, er tröstet uns und macht uns frei“ konnte sie nichts anfangen. Sie wollte Geschichten dazu hören. Doch scheinbar ist das über gar nicht so einfach, Geschichten vom Heiligen Geist erzählt zu bekommen. Sophias Mutter musste ein paar Tage nachdenken, dann erzählte sie Sophia, wie – dank dem Heiligen Geist – aus dem Saulus ein Paulus wurde. Saulus hat die Christen mit aller Macht und Härte verfolgt und dann – dann hatte er eine Begegnung der besonderen Art – und wurde Christ. Und was für einer. Ein Christ, der sich dafür einsetzte, dass alle Menschen etwas von Jesus und seiner Auferstehung erfuhren und vom Heiligen Geist wussten.

Sophia fand die Geschichte spannend und gut. Gerne wollte sie noch mehr so Geschichten hören, und immer wieder fragte sie ihre Mutter: „Mama, gibt es eine neue Geschichte vom Heiligen Geist?“ Oft musste die Mutter den Kopf schütteln, doch dann, eines Tages, sagte sie: „Sophia, heute Abend erzähle ich dir eine neue Geschichte vom Heiligen Geist und von Paulus.“ Sophia war gespannt und konnte es gar nicht erwarten, bis die Sonne langsam im Westen unterging.

Die Mutter und Sophia setzten sich in den Hof und die Mutter begann zu erzählen: „Eigentlich hatte Paulus gar nicht vor, bis nach Philippi zu reisen. Doch eines Abends hörte er den Ruf, hinzugehen. Also machte er sich auf den weiten Weg, zusammen mit Timotheus. Sie machten es wie immer: Sie gingen dahin, wo sich die jüdischen Einwohner der Stadt trafen. Es war einfacher, dort mit dem Erzählen von Jesus Christus zu beginnen, wo die Menschen schon an den Schöpfer des Himmels und der Erde glaubten, als dort, wo die Steingötter verehrt wurden. Frohgemut machte sich Paulus ans Werk, von Jesus Christus zu erzählen. Unter den Zuhörerinnen war eine besondere Frau. Sie hieß Lydia. Sie war weit über Philippi hinaus bekannt, da sie besonders schöne purpurfarbene Stoffe färben konnte und diese auch nach überall verkaufte. Sie war eine erfolgreiche und auch eine reiche Frau. Sie ganz alleine hatte ihr Geschäft aufgebaut. Sie hatte viele Menschen um sich, die für sie arbeiteten. Diener und Knechte, Boten und Hilfspersonal. Viele von ihnen lebten mit ihr unter einem Dach. Das Haus, das sie bewohnten, war groß.

Diese Lydia saß also mitten unter den Zuhörenden und sie hörte zu. Nicht nur mit den Ohren, nein, auch mit dem Herzen. Ihr Herz war ganz offen für die gute Nachricht von Jesus Christus. Sie ließ sich begeistern. Doch das war nicht alles. Sie wollte dazugehören. Sie wollte eine wirkliche Christin sein. So ging sie nach einigen Tagen zu Paulus und bat ihn, sie und ihr ganzes Haus – also alle, die bei ihr wohnten und für sie arbeiteten – zu taufen. Sie wollten als Christen zusammenleben und arbeiten.

Paulus freute sich. Er hatte Lydia als eine offene Person erlebt, die sich direkt im Herzen hat ansprechen lassen. Paulus wusste: Das hat der Heilige Geist bewirkt. Das ist ein Geschenk des Himmels. Und so taufte er Lydia und alle, die dazugehörten, sehr gerne. Es war ein festlicher Tag und Lydia freute sich, nun zu den Christen zu gehören.

Doch sie hatte da noch eine Frage an den Paulus: 'Paulus, ich gehöre doch jetzt zu den Christen dazu?‘ Paulus nickte: 'Ja!' Lydia und alle in ihrem Haus waren jetzt ein Teil der Christen in Philippi. Und da kam schon die nächste Frage von Lydia an den Paulus: ‚Und Paulus, dann könnt ihr doch, du und Thimotheus, bei mir wohnen?‘

Das musste Paulus nachdenken: Konnte er das wirklich? Das war ungewöhnlich. Doch da half dem Paulus der Heilige Geist weiter. Sein Herz wurde weit. Sein Mut wurde groß. Und er entschied sich: Klar, können wir bei Lydia im Haus mitwohnen. Wir gehörten zur Gemeinschaft der Jesus-Freunde. Da machen wir keinen Unterschied.

Da freute sich Lydia ein weiteres Mal. Ja, sie gehörte wirklich dazu.

Paulus blieb noch einige Zeit bei Lydia in Philippi.

Und dort kam er dann ins Gefängnis. Und die Befreiung war wunderbar. Davon erzähle ich euch nächste Woche.

Apg 16, 9-15 i.A.

13.6.2026

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Der Heilige Geist öffnet Augen