Der Heilige Geist öffnet Türen

Sophia, die so gerne Geschichten vom Heiligen Geist hört, die kennst du ja schon. Und heute ist es wieder so weit: Ihre Mutter hatte eine neue Geschichte vom Wirken des heiligen Geistes. Wie schon die letzten beiden Male, machten es sich Sophia und ihre Mutter bei der untergehenden Sonne im Hof gemütlich und die Mutter begann zu erzählen:

„Paulus ist immer noch in Philippi, da hat er nicht nur Timotheus als treuen Freund, sondern auch Silas. Paulus und Silas haben es sich zur Aufgabe gemacht, möglichst vielen Menschen von Jesus Christus zu erzählen und ihnen zu helfen. Nicht alle freuten sich darüber. Manche machte es ganz durcheinander, für andere bedeutete es einen Geschäftsverlust, wenn sie denn mit den steinernen Göttern gute Geschäfte machten und Paulus immer von einem lebendigen Gott erzählte. Es kam so weit, dass sich die Menschen zusammentaten, die von Paulus und seinem Gerede genervt waren. Sie schleppten Paulus und Silas auf den Marktplatz, vor das Stadtgericht. Sie beschwerten sich, dass Paulus und Silas neue Bräuche einführen wollten, die sie – die römischen Bewohner der Stadt – nicht haben wollten. Das Gericht stellte sich gegen Paulus und Silas, so wurden sie mit Schlägen bestraft und am Schluss ins Gefängnis geworfen. Und dem Gefängniswärter wurde eingeschärft, sie besonders gut zu bewachen. Der Gefängniswärter machte, was ihm gesagt wurde. Er suchte die hinterste Zelle im Gefängnis aus. Er kettete die Füße von Paulus und Silas fest und verschloss natürlich die Zelle gewissenhaft.

Da saßen sie nun, Paulus und Silas, und wussten nicht, wie es mit ihnen weitergehen würde. Von den Schlägen tat ihnen noch alles weh. Doch sie waren mit ihren Gedanken nicht allein. Sie versanken nicht in Not, Sorge und Ängsten, sondern der Mutmacher – der Heilige Geist – war mit ihnen in der Zelle und sie begannen, gemeinsam Loblieder für Gott zu singen. Laut und ausdauernd. Alle Gefangenen in dem Gefängnis konnten es hören.

Und da, plötzlich, gab es ein starkes Erdbeben. Da gingen alle Türen auf, und die Ketten fielen von den Gefangenen ab. Natürlich wurde der Gefängniswärter aus dem Schlafgerissen. Was für ein Unglück, alle Türen auf. Die Gefangenen sind bestimmt alle weggelaufen. Schon wollte sich der Gefängniswärter in sein Schwert stürzen, um sich selbst zu töten. Doch Paulus hielt ihn zurück. Er schrie: ‚Tut das nicht! Wir sind doch noch hier.‘ Der Gefängniswärter rief nach Licht. Das musste er genau sehen. Und wirklich in der Zelle saßen Silas und Paulus. Der Gefängniswärter war völlig durcheinander. Was sind das für Leute, die nicht einfach fliehen, bei so einer Gelegenheit? Das machte ihn neugierig. Er fragte: ‚Was muss ich tun, dass ich so werde wie ihr?‘ Eine einfache Frage für Paulus: ‚Werde ein Christ. Glaube an Jesus Christus. Lass dich taufen.‘ Der Heilige Geist hatte an diesem Abend viel zu tun. Denn er öffnet auch das Herz des Gefängniswärters. So ließ sich der Gefängniswärter mit allen die zu seinem Haus dazugehörten noch in der Nacht von Paulus taufen. Natürlich verbanden sie erstmal die Wunden von Paulus, aber dann gab es ein Fest beim Gefängniswärter. Erst die Taufe, dann ein schönes Essen. Alle freuten sich, dass sie nun auch Christen waren.“

Sophia hatte gut zugehört. Das mit dem Heiligen Geist scheint manchmal ganz einfach zu sein, und dann wieder kompliziert. Warum müssen Paulus und Silas erst verhaftet, geschlagen und eingesperrt werden, um dann Loblieder zu singen und durch ein Erdbeben befreit zu werden? Einfach ist das nicht.

Sophia fragte die Mutter. Die Mutter lachte: „Sophia, glaubst du, dass der Gefängniswärter, der ja für die Römer arbeitete, so einfach ein Christ hätte werden können, nur weil der Paulus durch die Stadt schlenderte? Der musste doch erstmal erleben, wie das ist, wenn man ein Christ ist. Dass man dann Loblieder im Gefängnis singt, dass man nicht wegrennt, wenn die Türen offen sind. Dass man den Gefängniswärter nicht bedroht, sondern freundlich mit ihm umgeht. Das alles musste der Gefängniswärter doch erst erleben, bevor ihm in den Sinn kam, dass es vielleicht für ihn erstrebenswert sein könnte, auch ein Christ zu werden. Auch den Heiligen Geist als Begleiter zu haben.

Das ist doch wie bei dir. Du hast doch auch erst Geschichten vom Heiligen Geist hören wollen, um zu verstehen, was das für eine Kraft ist, auf die wir Christen uns verlassen können.“

Sophia nickt. Ja, das stimmt. Mit den Geschichten weiß sie nun, wie der Heilige Geist wirkt, und sie ist schon gespannt, wann sie es mal erlebt, dass der Heilige Geist an ihrer Seite steht.

Nächste Woche beginne ich, dir Geschichten zu erzählen, in denen es darum geht, dass Reden und Handeln zusammenpassen müssen. – Was man sagt, muss man dann auch tun. -

Apg 16, 19-34 i.A.

20.6.2026

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Der Heilige Geist schenkt offene Herzen