Jesus und der Hausbau

SErinnerst du dich noch an die Jesus-Detektive? Es ist schon eine Weile her, dass ich dir von ihnen erzählt habe. Da sind die Kinder, Esther, die Ältere, und Simon, der Jüngere, dazu der Vater Micha und die Mutter und die Oma, die auch mit im Haus wohnt.

Die Jesus-Detektive haben schon viele Geschichten von Jesus zusammengetragen. Es ist oft wie bei einem Puzzle gewesen. Da hört man einen Teil der Geschichte und dort einen anderen. Und manchmal muss man selber noch nachdenken, um die Sache zu verstehen, oder auch die Erwachsenen fragen.

Heute kommt Simon heim und ist ganz durcheinander. Wie immer setzt er sich in den Schatten an die Hauswand und wartet auf Esther, die war noch nicht vom Wasserholen zurück. Als sie dann endlich kam, hatte Simon einen großen Gesprächsbedarf: „Du, Esther, glaubst du, dass Jesus nicht nur vom Reich Gottes erzählen kann, sondern sich auch beim Häuserbauen auskennt?“

Esther denkt nach: „Na, dass er ein Spezialist fürs Hausbauen ist, denke ich nicht, doch dumm wird er da auch nicht sein. Er wird schon eine Ahnung haben, worauf man achten soll. Warum fragst du eigentlich Simon?“

„Also, da habe ich heute gehört, dass Jesus sagt, man soll sein Haus nicht auf Sand bauen“, sagt Simon. Esther fragt nach: „Warum denn nicht? Ich wüsste es nicht. Und wo soll man sein Haus denn dann hinbauen?“

Da war schon klar, was die beiden in den nächsten Tagen machen würden. Sie würden sich umhören, was Jesus zum Hausbau sagt. Sie machen aus, dass sie erst noch mehr in Erfahrung bringen wollten, bevor sie mit den Eltern beim Abendessen darüber reden würden.

Am nächsten Tag war es zunächst schwierig, zu Hause wegzukommen. Alle mussten mit anpacken. Es sollte die Terrasse am Dach gefegt werden, bald wären die Feigen reif und die sollten da trocknen. Simon würde ja einfach den Staub und Dreck von der Terrasse herunterfegen, doch das ließ die Mutter nicht zu. Alles musste auf dem Dach aufgehoben werden und dann mit einem Tongefäß nach unten gebracht werden. Mutter wollte den Dreck nicht über das ganze Grundstück verteilt haben. Also waren Esther und Simon beschäftigt. Und als sie endlich fertig waren, waren sie müde und erschöpft. Also machten sie eine ausführliche Pause im Schatten des Feigenbaumes.

Doch kurz vor dem Abendessen schwärmten sie dann doch noch aus. Esther zu den Frauen am Brunnen und Simon, wie immer, zum Töpfer.

Als sie sich kurz vor dem Abendessen trafen, hatte Esther Neuigkeiten zu berichten.

Sie saßen wieder an der Hauswand und Esther fing an: „Also, ich habe gehört, Jesus sagt, man soll sein Haus auf einen felsigen Boden bauen!“ Stolz war sie, die Esther. Doch warum, das hatte sie nicht gehört. Und das war ja irgendwie die Frage dahinter.

Also würden sie sich morgen nochmals umhören müssen.

Am nächsten Tag traf sich das gut. Mutter und Oma wollten zum Waschen an den Fluss, da traf man immer mehrere Frauen, die wussten oft was. Vater ging aufs Feld und Simon verkrümelte sich still und leise zum Töpfer. Da war er gerne. Mit den Lehmabfällen formte er kleine, witzige Figürchen und hörte den Erwachsenen beim Reden zu. Und wirklich, die Erwachsenen redeten über das Bauen von Häusern. Simon lauschte genau. Ja, er verstand, was gemeint war mit felsigem Boden und Sand, das war gar nicht so schwer, wie es am Anfang erschien. Esther wird bestimmt Augen machen.

Und wie war es am Fluss beim Wäschewaschen? Auch interessant fand Esther: Eigentlich ging es beim Reden über das Hausbauen gar nicht um ein wirkliches Haus, sondern um was ganz anderes. Ob sie das verstehen würde? Esther war sich da nicht so sicher.

Viel hatten die Geschwister im Schatten an der Hauswand zu bereden.

Simon fing aufgeregt an: „Weißt du, Esther, warum es gut ist, auf felsigem Boden ein Haus zu bauen? Das ist ganz einfach: Wenn ein großer Wolkenbruch kommt, oder der Fluss Hochwasser hat, dann kann der Sturm auch heftig sein, aber das Haus steht fest auf seinem Boden. Beim Haus, das auf sandigem Boden steht, ist das alles viel zu gefährlich. Das Wasser schwemmt den sandigen Boden weg. Das Haus hat keinen Halt mehr und kann einstürzen.“ Simon ist ganz erschöpft von seiner großen Rede.

Esther, versteht jetzt das mit dem felsigen Boden und mit dem Sand. Das ist ihr jetzt alles ganz klar. Die Frage bleibt trotzdem, warum Jesus die Geschichte erzählt, und was dahintersteckt. Aber das ist eine Frage für das Abendessen heute.

Also erzählen Esther und Simon von der Jesusgeschichte vom Hausbauen. Felsiger Boden oder sandiger Boden. Eifrig sind sie dabei. Sie verstehen, was es meint: Es kommt auf den Untergrund an, wenn man ein Haus baut. Aber was meint Jesus damit? Sie fragen Vater, Mutter, Oma. Der Vater Micha liebt solche Fragen. Er selbst denkt gerne nach und über Jesusgeschichten sowieso. Und er versteht, was dahintersteckt, aber wie soll er es seinen Kindern erklären? Micha denkt und denkt und vergisst dabei fast das Abendessen. Und dann hat er eine Idee, wie er es den Kindern erklären könnte.

„Das mit dem felsigen Boden könnte man mit Ehrlichkeit vergleichen, und den sandigen Boden mit waagen Geschichten. Als ich damals eure Mutter geheiratet habe, da habe ich gesagt: Wir haben ein Feld, wir können uns ein kleines Haus bauen, aber reicher bin ich nicht. Wir werden alle arbeiten müssen und das wird uns zum Leben reichen. Ich hätte auch sagen können: Ein Feld habe ich schon, ein prächtiges Haus fangen wir an zu bauen und vielleicht können wir uns einen Knecht leisten. Aber das wäre nicht wahr gewesen. Die Mutter hätte immer vom Knecht und vom großen Haus geträumt, und eines Tages wären die Träume so eingestürzt, wie das Haus auf dem Sand im Sturm.“

„Ja“, sagt die Mutter. "Das ist wohl das, was Jesus sagen will. Verfolgt mit eurem Leben Ziele, die auf festem Grund stehen. Glaubt nicht den Leuten, die euch nach dem Mund reden. Glaubt den Menschen, die euch lieben und achten.“

„Man“, sagt da Simon. „Das ist ja wie mit dem Jungen aus der Straße bei der Synagoge, der immer verspricht: Ich mache dies, ich mache das. Dem glaubt schon lange keiner mehr. Aber meinem Freund, dem vertraue ich. Wenn der was sagt, dann macht er es auch.“

Der Vater nickt: „Ich glaube, genau das meint Jesus. Wir müssen wie Menschen sein, die Häuser bauen wollen. Der sandige Grund ist schlecht dafür, da müssen wir uns in Acht nehmen und einen felsigen Boden suchen, da werden wir dann gut leben können.

Die Familie sitzt noch ein wenig, doch dann wird es wie immer Zeit, die Schlafmatten und Decken hervorzuholen und sich für die Nacht zu richten.

Nächste Woche denken Simon und Esther wieder über ein Wort von Jesus nach.

Mt 7, 24-27

27.6.2026

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