Ein lebendiges Haus Gottes
Gott baut ein Haus, das lebt, aus lauter bunten Steine, aus großen und aus kleinen, eins, das lebendig ist.
Nele ist in prächtiger Stimmung. Sie steht vor Omas Haustür und singt und hüpft und ist einfach guter Dinge. Die Oma macht auf und ist ganz erstaunt: „Na, Nele, du bist ja in bester Stimmung. Was singst du denn da? Nele fängt gleich nochmals von vorne an:
Gott baut ein Haus, das lebt, aus lauter bunten Steine, aus großen und aus kleinen, eins, das lebendig ist.
Die Oma hört zu. Dann sagt sie: „Komm doch erstmal rein. Das Lied klingt ja interessant. Das hast du wahrscheinlich im Religionsunterricht gelernt, oder?“ Nele nickt heftig: „Ja, das haben wir heute im Religionsunterricht gelernt. Das ist doch ein wirklich schönes Lied, gell, Oma?“ Die Oma nickt. „Da hast du bestimmt viel zu erzählen, Nele. Das Essen steht schon auf dem Tisch. Es gibt Gemüselasagne, ich hoffe, du magst sie immer noch.“ Nele läuft das Wasser im Mund zusammen. Die Oma ist ein Schatz. Sie hat für sie Gemüselasagne gekocht. Einfach wunderbar. Schnell den Schulranzen im Flur abgestellt, die Schuhe ausgezogen und die Hände gewaschen. Und schon sitzt Nele am Esstisch und das Essen beginnt. Es ist so lecker wie immer und Nele nimmt noch einen kleinen Nachschlag. Oma schenkt sich eine Tasse Café ein und sagt: „Nele, jetzt will ich aber wissen, was ihr heute im Religionsunterricht gemacht habt?“ Das lässt sich Nele nicht zweimal sagen: „Das Lied haben wir gelernt. Und es geht um das Thema Gotteshaus. Weißt du eigentlich, was ein Gotteshaus ist, Oma?“ Na klar weiß das die Oma: „Zu einer Kirche kann man Gotteshaus sagen. Stimmt das?“ Nele nickt. Also haben wir die Kirche angeschaut und uns einen Lieblingsplatz gesucht. Dann haben wir über das Gotteshaus ganz anders nachgedacht. Es heißt ja: In Gottes Haus sind viele Wohnungen. Dann, wenn wir nicht mehr auf der Erde sind, so wie Opa, der hat ja eine Wohnung bei Gott. Und in der letzten Woche haben wir die Geschichte gehört, wie Salomo einen Tempel – ein Haus für Gott – gebaut hat. Aber darin ist Gott nicht eingesperrt. Gott ist überall. Im Tempel, in der Kirche, am Friedhof, auf dem Berg. Einfach überall.
Ja und heute haben wir das Lied gelernt. Mir gefällt das, dass die Menschen ein Teil vom Haus Gottes sind. Alle die es sein wollen. Die Religionslehrerin hat uns eine kleine Geschichte erzählt. Da hat einer, der Petrus heißt, einen Brief an eine junge Gemeinde in Kleinasien – das ist da, wo heute die Türkei ist – geschrieben und da ging es um lebendige Steine und ein Gotteshaus. Er ermutigt die jungen Christen in Kleinasien Teil dieses Gotteshauses zu werden und Gemeinschaft mit Jesus Christus zu haben. Der Petrus stellt sich vor, dass Jesus Christus der Grundstein dieses Hauses aus lebendigen Steinen ist. Petrus beschreibt, wie sich andere Menschen an diesem Grundstein, Jesus Christus, stoßen. Doch für Christen ist er der wichtigste Stein im Gotteshaus. Ohne ihn fällt alles zusammen.
Soll ich dir noch einen anderen Vers vorsingen, Oma? Dazu muss ich aber mein Religionsheft herausholen.“
Nele holt die Büchertasche und packt das Religionsheft aus. Der letzte Eintrag ist das Lied und ein Bild. Neugierig schaut die Oma das Bild an. „Was habt ihr denn da malen sollen, Nele? Ich verstehe nicht, was ich sehe.“
Nele erklärt: „Oma, das Bild ist ja noch nicht fertig. Wir sollen malen, welcher Teil einer Kirche wir gerne wären. Ich habe mich für den Taufstein entschieden. Durch die Taufe wird man ja ein Teil dieser lebendigen Steine. Die Idee finde ich gut. Aber fertig muss ich es erst noch malen.
Schau, da steht das Lied.“ Und schon fängt Nele an zu singen:
Gott baut ein Haus, das lebt, aus lauter bunten Steine, aus großen und aus kleinen, eins, das lebendig ist.
Gott baut ein Haus, das lebt, wir selber sind die Steine, sind große und auch kleine du, ich und jeder Christ.
Gott baut ein Haus, das lebt, aus ganz, ganz vielen Leuten, die in verschied’nen Zeiten, hörten von Jesus Christ.
Die Oma hat ein wenig mitgesungen. Dann sagt sie: „Weißt du Nele, das finde ich schön, dass in der dritten Strophe der Opa vorkommt.“ „Wie, da kommt der Opa drin vor?“, fragt die Nele.
Die Oma liest den Vers vor: Gott baut ein Haus, das lebt, aus ganz, ganz vielen Leuten, die in verschied’nen Zeiten, hörten von Jesus Christ. Da geht es nicht nur um die Menschen, die heute hier auf der Erde sind, sondern auch um die, die davor schon lebendige Steine waren.“ Nele hat zugehört und nickt: „Stimmt, Oma! Da gefällt mir das Lied ja noch viel besser, wenn der Opa darin vorkommt, der in seiner Wohnung jetzt bei Gott ist. Lass uns die letzte Strophe nochmals zusammensingen.“
Gott baut ein Haus, das lebt, aus ganz, ganz vielen Leuten, die in verschied’nen Zeiten, hörten von Jesus Christ.
Als sie fertig sind, fragt die Oma: „Wie ist es, Nele, wenn du jetzt dein Bild fertig malst und danach gibt es ein Eis für uns?“ Da ist Nele sofort dabei. Sie holt das Federmäppchen aus der Büchertasche und fängt gleich an.
Nächste Woche beginne ich dir vom Propheten Jeremia zu erzählen.
Lied: T. und M.: Waltraud Osterlad
1. Petrus 2,4-10
8.8.2026