Auch pfeifet dir das Mäuselein, ….
Von einem Lieddichter erzähle ich dir heute wieder.
Der Dichter heißt Clemens Brentano. Er ist ein Kaufmannssohn. So hat er zunächst angefangen, eine Lehre zum Kaufmann zu machen. Das war aber nicht das Richtige für ihn. Also fing er an, zu studieren. Bergwissenschaften und dann Medizin, auch Philosophie versuchte er. Alles war auch nicht das Richtige für ihn. Als er so auf der Suche war, was er denn werden solle, da lernte er viele Dichter und Dichterinnen kennen. Das gefiel ihm, was die so machten. Und so begann er auch, zu dichten und sich wilde Geschichten auszudenken.
Auch in der Liebe suchte er immer wieder sein Glück. Eine seiner Frauen starb bei der Geburt eines Kindes. Von einer anderen Frau ließ er sich scheiden. Immer wieder verliebte er sich unsterblich. Doch die angebeteten Frauen ließen sich nicht heiraten. Das machte Clemens Brentano manchmal sehr traurig. Und er begann, nach einem Halt in seinem Leben zu suchen. Bei der katholischen Kirche fand er das, was er suchte. So fing er auch an, fromme Bücher zu schreiben.
Unser Lied, von dem ich dir heute erzähle, ist aber nicht aus einem frommen Buch, sondern aus einer der wilden Geschichten.
Alleine die Namen sind schon witzig. Da ist der Mann: Raugraf Gockel von Hanau, der früher mal Hühnerminister war. Seine Frau ist Hekel von Hennengau und ihre gemeinsame Tochter heißt Gackeleia. Der Hühnerminister hatte sich unbeliebt gemacht und er zog mit seiner kleinen Familie auf ein verfallenes Schloss im tiefen, tiefen Wald zurück. Da leben sie nun mit all den Tieren, die es da gibt. Henne und Hahn, Katze und Mäuse. Und natürlich kommen Edelsteine und Reichtum in der Geschichte vor und ein Zauberstein. Und ganz zum Ende der Geschichte werden alle schöne, fröhliche Kinder, die von einem Hahn ihre Geschichte erzählt bekommen. Es gibt viele Reime und Lieder in der Geschichte. Und eben unser Lied.
Kein Tierlein ist auf Erden dir, lieber Gott, zu klein.
Du ließest alle werden
und alle sind sie dein.
Vielleicht hat sich Clemens Brentano ja auch an den Psalm 104 erinnert. Der beschreibt auch sehr schön, wie die Vögel Nester bauen und Lieder singen. Wie die Tiere am Bach Wasser trinken und in den Nächten in den Wäldern unterwegs sind. Auch von den Tieren im Meer erzählt der Psalm 104.
Nach einem Vers über eine Tierart kommt in unserem Lied immer der gleiche Refain:
Zu dir, zu dir ruft Mensch und Tier.
Der Vogel dir singt.
Das Fischlein dir springt.
Die Biene dir summt.
Der Käfer dir brummt. Auch pfeifet dir das Mäuselein:
Herr Gott, du sollst gelobet sein.
Das finde ich ja dann schon zum Lächeln, wenn ich mir eine kleine pfeifende Maus vorstelle, die pfeift: Herr Gott, du sollst gelobet sein.
Jetzt höre mal, wie die Melodie geht:
Kein Tierlein ist auf Erden dir,
lieber Gott, zu klein.
Du ließest alle werden und alle sind sie dein.
Ref.: Zu dir, zu dir ruft Mensch und Tier.
Der Vogel dir singt.
Das Fischlein dir springt.
Die Biene dir summt.
Der Käfer dir brummt.
Auch pfeifet dir das Mäuselein:
Herr Gott, du sollst gelobet sein.
2) Das Vöglein in den Lüften
singt dir aus voller Brust,
die Schlange in den Klüften
zischt dir in Lebenslust.
3) Die Fischlein, die da schwimmen,
sind, Herr, vor dir nicht stumm,
du hörest ihre Stimmen,
ohn dich kommt keines um.
4) Vor dir tanzt in der Sonne
der kleinen Mücklein Schwarm,
zum Dank für Lebenswonne
ist keins zu klein und arm.
5) Sonn, Mond gehn auf und unter
in deinem Gnadenreich,
und alle deine Wunder
sind sich an Größe gleich.
Vielleicht hast du auch so viel Freude wie ich an dem Lied, in dem mal die Tiere Gott loben für die schöne Schöpfung, in der wir leben können. Und wenn wir das Lied singen, dann loben wir ja die Schöpfung auch.
Und, beinahe hätte ich es vergessen zu erzählen. Clemens Brentano hat das Lied bereits 1815 gedichtet. Es ist also schon über 200 Jahre alt. Und immer noch macht es die Menschen fröhlich.
Nächste Woche erzähle ich dir von einem anderen Liederdichter und stelle dir sein Lied vor.
Ps 104, 10-12 + 20-23 + 25
Lied: Evangelisches Gesangbuch 509
3.10.2026